Wohlbefinden in Berlin

Gesundheit und Gemeinschaft

- Ein Plan -

Menschen auf einer Wiese

Jeder Mensch braucht Freunde

Wobei ich mich hier auf Menschen unter Menschen beziehe. Es gibt auch gute Beziehungen zu Gott, Tieren und Pflanzen, aber um die geht es mir hier nicht, denn diese Art des Miteinanders beruhen nicht auf Freundschaft. Freundschaft ist etwas typisch Menschliches. Freundschaft besteht aus Vertrauen, Mitgefühl, Fürsorge, Anerkennung, Unterstützung, Verständnis, Anteilnahme, Verantwortlichkeit, gemeinsamen Handeln und Teilen.

Menschen gehören zu den Herdenlebewesen, unterscheiden sich aber von Tieren und Pflanzen, weil sie denken können. Dieses Mehr-an-Fähigkeiten ist in manchen Fällen auch Last. Und da braucht es andere Menschen, die dabei unterstützen, diese Last wieder loszuwerden, oder beim Tragen helfen.

Leider ist uns in den vergangenen Jahrzehnten dieses Miteinander-Füreinander zunehmend verloren gegangen. Es gibt mehrere Gründe, die dies bewirkt haben, drei treten dabei besonders hervor:

Titelbild meines Buches: 'Ein richtiges Leben im falschen
Raimar Ocken: "Eine richtes Leben, im falschen" (im Buchhandel erhältlich)

Wir benötigen etwas Neues. Es ist nicht absolut neu, es muss "nur" wiederentdeckt und umgesetzt werden: Gemeinschaften, die unsere Gesundheit fördern. Sobonfu E. Somé aus Burkina Faso, hat einmal sinngemäß gesagt: Um ein Kind zu zeugen braucht es einen Mann und eine Frau, um ein Kind zu erziehen, ein ganzes Dorf. Diese Dörfer, die es braucht, sind in unserem Land in weiten Bereichen zu Ruinen geworden. Wir sollten sie wieder aufbauen. Nicht genau dieselben, denn das 21. Jahrhundert hält nicht nur neue Möglichkeiten bereit, sondern stellt uns auch vor neue Aufgaben, die zu verstehen und zu lösen sind.

Man wird auch finden [...], dass der Verstand am besten gedeiht, wenn er in einer gefestigten emotionellen Grundlage wurzelt,
schreibt Neil Postman, in seinem Buch: "Wir amüsieren uns zu Tode"

Eine herausragende Aufgabe ist derzeit das "SARS-CoV-2"-Problem. Es ist schon dadurch auffällig geworden, dass das komplexe Geschehen eines Syndroms - dafür steht das Endungs-S im Wort SARS -, nicht dadurch zu lösen ist, dass es auf das Vorhandensein eines Virus (Covid-19) reduziert wird.

Wir haben in der Regel ein starkes Immunsystem, das uns davor schützt, durch das Vorhandensein von Viren zu erkranken oder gar zu sterben. Das basale Problem einer Virusinfektion ist also nicht das Vorhandensein eines Virus sondern die Frage: Warum kann unser Immunsystem uns nicht mehr ausreichend schützen? Hier müssen wir nach Gründen suchen und sie ausschalten. Sie sind mannigfaltig. Viele liegen im Bereich des selbstschädigenden Verhaltens der Menschen, ihrer krankmachenden Beziehungen zu anderen Menschen, an der Unterversorgung mit qualitativ und quantitativ ausreichenden Lebensmitteln, an schlechten Wohnverhältnissen, schlechten Arbeitsverhältnissen, Luftverschmutzung, Elektrosmog, Lärm und vielen anderen Gründen.

Wir haben zweihundert Jahre damit vertan, ein falsches Bild von uns selbst anzuschauen: den homo oeconomicus, jene solitäre Gestalt mit Geld in der Hand, einem Rechner im Kopf, der Natur zu ihren Füßen und unersättlichem Verlangen in ihrem Herzen,
schreibt Kate Raworth in ihrem Buch: "Die Donut-Ökonomie".

Der "moderne" Weg, dies zu verbessern, besteht darin, die Politiker mehr in die Pflicht nehmen zu wollen. Ein sinnloses Ansinnen, meiner Meinung nach. Machthaber - große wie auch kleine - sind in der Regel so ausgerichtet, dass sie nur etwas hergeben, wenn sie auch etwas bekommen, das ihren Status erhält. Deshalb müssen wir anders beginnen, wenn wir in einem Staat leben wollen, in dem die Politiker die obersten Diener des Staates sind, das Volk der Herrscher.

Wir gründen eine Gemeinschaft, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen im Auge behält. Die Grundlage dieser Gemeinschaft, die aus vielen teilweise unterschiedlichen Gemeinschaften, entsteht, ist die gleiche Philosophie, die da heißt Wir sind keine Maschinen. Wir sind mehr als unsere Körperlichkeiten und unsere psychischen Befindlichkeiten. Wir sind Teile einer großen Gemeinschaft aus allem, was lebt, und allem, was sich im Kosmos befindet. Alles wechselwirkt mit allem. Wir verstehen uns wieder als Teil der Natur, nicht als ihre Herrscher. Wir haben ein Verständnis des Sinns, der Bedeutung von Krankheit. Sie ist weder zufällig, noch eine Strafe Gottes, sondern hat etwas mit unseren Lebensstilen und Lebensverhältnissen zu tun. Damit befassen wir uns.

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