Anders leben (lernen)

Wohlbefinden als Kraftquelle

- Gesundheit -

Aufgestellt:

Basiserkenntnis

Plakat des BM für Familie, Senioren, Frauen und Jegend

In den 1980er-Jahren war ich in einer großen psychiatrischen Klinik in Westberlin als Ergotherapeut tätig. Das Verständnis für Prozesse der Psychosomatik brachte ich damals schon mit: Psychosomatik besagt, dass alle Krankheits- und Leidenszustände immer aus einer Wechselwirkung von psychischen (gemüthaften) und somatischen (körperlichen) Reizen bestehen. Demzufolge gibt es keine nur-körperlichen und keine nur-psychischen Probleme. Hinzu kommt, dass diese weder eine Strafe Gottes noch zufällig sind.

Während meiner Arbeit in der Psychiatrie fiel mir im Umgang mit den Patienten auf, dass einige von ihnen sich nach der Entlassung über kurz oder lang erneut zur Behandlung bei uns einfanden. Als Grund fand ich heraus, dass diese Menschen in der Regel nach der klinischen Entlassung wieder in ihr altes Umfeld zurück gingen. Ausgehend von dem Verständnis, dass Krankheit ein Ausdruck eines Problems, das der Betreffende mit sich selbst und/oder seiner Mitwelt hat, darstellt, wurde mir der Grund der Wiedererkrankung klar. Die Mitwelt hatte sich in der Zwischenzeit nicht positiv verändert, so dass das Problem noch bestand.

Auch beim Auftreten von so genannten hirnorganischen Erkrankungen wie zum Beispiel "Senile Demenz" - heutzutage oft der Einfachheit halber: "Alzheimer" genannt - ist es ähnlich. Beim Ausbruch der Erkrankung liegt ein Problem vor, das in der Regel im Zusammenhang mit dem Zustand der Mitwelt desjenigen steht. Wenn hier heilkundig positiv angesetzt wird, so dass sich der Mitwelteinfluss verändert, verändert sich auch die Befindlichkeit des Erkrankten. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht primär darum gehen sollte, Fähigkeiten erhalten zu wollen, das heißt, Altes bewahren zu wollen, sondern darum gehen muss, den Erkrankten mit neuen Inhalten und Situationen in Kontakt zu bringen.

Ganzheitlichkeit

Diese therapeutische Erfahrung lag dann meiner Idee zu Grunde, das Modell der Psychosomatik um den Faktor Ökosystem (Umwelt, besser: Mitwelt) zu erweitern. Ich nenne diese Theorie: Psycho-Somato-Ökologie (siehe Grafik). Nähere Informationen dazu findest du in der verlinkten Grafik in einer PDF-Datei: hier

Grafisches Modell der Psycho-Somato-Ökologie

Dieses Verständnis besagt nur, dass alle Krankheits- und Leidenszustände ganzheitlich sind. Das heißt: ssychische, somatische und mitweltliche Reize wechselwirken miteinander. Daraus ergibt sich zum Beispiel, dass vordergründig aufgetretene psychische Symptome sich auch auf den körperlichen und den mit weltlichen Bereich auswirken. Andererseits haben auch mitweltliche Einflüsse wie: Luftverschmutzung, Wetter/Klima, UV-Strahlung, Lärm, Elektrosmog u. a. m. Auswirkungen auf unsere körperlich-psychische Befindlichkeit.

Dieses Verständnis von Gesundheit und Krankheit können wir nutzen, wenn wir das Problem der Infektionskrankheiten und des Klimawandels handhaben wollen, d.h. sie lösen oder erträglich zu machen. Bedenke: Krankheiten lassen sich nicht gänzlich verhindern, der nicht-menschengemachte Anteil des Klimawandels ebenfalls nicht.

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